Kresse in der Schwangerschaft & Stillzeit

Unter dem Begriff Kresse werden mehrere Arten von Pflanzen zusammengefasst, darunter die Brunnenkresse, Gartenkresse, Kapuzinerkresse und Winterkresse. Das kleine, anspruchslose Kraut mit dem schönen lateinischen Namen Lepidium sativum gilt als Vitaminbombe und wichtiger Mineralstofflieferant – aber kann man Kresse auch in der Schwangerschaft bedenkenlos essen?

Darf man Kresse in der Schwangerschaft essen?

In der Schwangerschaft sollte auf Kresse aus dem Supermarkt verzichtet werden, da sie sehr anfällig auf Listerien (Bakterien) ist. Unbedenklich ist aber selbst angepflanzte Kresse, da die Listerien bei der Lagerung und Verarbeitung entstehen.

Was steckt in der Kresse?

Bereits im Mittelalter war die Kresse als Heil- und Gewürzpflanze in jedem Klostergarten zu finden. Und auch heute ist sie in der Gemüseabteilung in den Supermärkten vertreten. Die Pflanze aus der Familie der Kreuzblütengewächse, die ihre ursprüngliche Heimat in Vorderasien hat, ist sehr anspruchslos und wird deshalb weltweit angepflanzt.

Vitamin C, Kalzium und Eisen sind die wichtigsten Inhaltsstoffe, daneben gibt es noch eine ganze Reihe an B-Vitaminen.

Grundsätzlich sehr gut für eine schwangere Frau, denn Eisen spielt eine wichtige Rolle bei der Blutbildung, Kalzium hilft bei der Stärkung der Knochen und Zähne und Vitamin C stärkt die Immunabwehr.

Der typische Geschmack und die leichte Schärfe werden übrigens von den enthaltenen Senfölen hervorgerufen. Also abschneiden und rauf auf das Butterbrot, oder?

Nur selbst angepflanzte Kresse für Schwangere

Auch, wenn die Kresse genau die Inhaltsstoffe hat, die man in einer Schwangerschaft dringend braucht, ist unbedingt Vorsicht geboten. Das kleine Kraut ist nämlich sehr anfällig für Bakterien, den sogenannten Listerien.

Diese sind in kleinen Mengen ohnehin in jedem menschlichen Darm zu finden, werden mit dem Stuhl ausgeschieden und sind normalerweise auch kein Problem für den Körper.

Oft finden sie aber einen so guten Nährboden, wie Wasserpfützen oder nicht hygienisch hergestellte Lebensmittel, vor allem Fleisch oder Fischprodukte, auf dem sie sich übermäßig vermehren können. Das kann vor allem kleinen Kindern, Schwangeren und älteren Menschen zum Verhängnis werden.

Auch die Kresse ist anfällig für diese Listerien, wenn man beim Aussäen und Lagern nicht hygienisch sauber arbeitet. Deshalb sollte man während der Schwangerschaft die Gartenkresse aus dem Supermarkt unbedingt meiden, denn auf dem Weg ins Regal werden so manche Stationen durchlaufen.

Als unbedenklich wird hingegen von den Ärzten der Verzehr von selbst gezogener Kresse auf dem Küchentuch, dem Küchenpapier oder auf Watte eingestuft, solange das an hygienisch sauberen Orten geschieht. Am besten ist dafür der Küchenbereich geeignet, wo ohnehin regelmäßig geputzt wird.

Vor dem Verzehr empfiehlt es sich aber trotzdem, wie bei jedem Gemüse und allen Kräutern, die Kresse gut zu waschen.

Ab wann darf ich meinem Kind Kresse zum Essen geben?

Während der Stillzeit ist es ebenfalls nicht ratsam, die Kresse im Supermarkt zu kaufen, denn auch dann noch können die Listerien für Mutter und Baby gefährlich werden.

Die kleine Vitaminbombe ist überhaupt erst ab etwa dem dritten oder vierten Lebensjahr empfehlenswert, da die in der Pflanze enthaltenen Senföle, die den typisch würzigen Geschmack hervorrufen, eine magenreizende Wirkung haben können.

Aber das ist von Kind zu Kind individuell, denn es gibt schon Zweijährige, die mit Hingabe scharfe Radieschen essen.

Man sollte auch nicht den Spaßfaktor für das Kind unterschätzen, wenn man gemeinsam die Kresse am Küchentuch anbaut, zusieht wie es wächst und sie gemeinsam erntet.

Was tun, wenn man doch Kresse aus dem Supermarkt gegessen hat?

Wenn es nach dem Verzehr von Kresse aus dem Supermarkt keine Krankheitszeichen wie Fieber, Durchfall oder Erbrechen gibt, muss man sich natürlich keine Sorgen machen. Der Körper kann im Normalfall gut mit einer gewissen Menge an Listerien umgehen.

Sollten aber die beschriebenen Krankheitssymptome auftreten, dann unbedingt gleich zum Frauenarzt oder mit dem Baby zum Kinderarzt fahren, denn dann kann es gefährlich werden.

Blutvergiftung und Hirnhautentzündung sind nur zwei Beispiele für die Gefährlichkeit einer Erkrankung durch Listerien. Bei Schwangeren kann ein Listerienbefall zu Frühgeburten oder zu schweren Schädigungen des Kindes kommen.

Übrigens kann der Ausbruch einer Erkrankung durch Listerien bis zu acht Wochen nach dem Befall erfolgen. Listerienbefall wird bei etwa 70 Prozent der Betroffenen erfolgreich mit Antibiotika behandelt.

Man muss also selbst entscheiden, ob man die Kresse während der Schwangerschaft und Stillperiode für einige Zeit vom Speiseplan streicht.