Mandelmilch in der Schwangerschaft

Die Schwangerschaft ist eine ganz besondere Phase im Leben einer Frau, alles dreht sich nun um das heranwachsende Leben im Bauch. Da der Fötus vollkommen über die Nabelschnur versorgt wird, gibt die werdende Mutter alle aufgenommenen Nährstoffe direkt weiter.

Die Liste der „Don’ts“ während der Schwangerschaft ist lang, doch gehört auch Mandelmilch dazu? Der vegane Ersatz für tierische Kuhmilch ist auf dem Vormarsch und wird zunehmend beliebter, doch ist er auch für werdende Mamas geeignet?

Ist Mandelmilch in der Schwangerschaft erlaubt?

Mandelmilch ist für die Schwangerschaft und Stillzeit ein besonders förderliches Produkt, das reich an wertvollen Vitaminen, Fettsäuren und Spurenelementen ist. Der Bedarf an diesen Stoffen ist bei der werdenden Mutter viel höher als sonst, da ihr Körper über neun Monate hinweg zwei Menschen versorgen muss.

Auch während des Stillens ist der neue Erdenbürger auf eine umfassende Versorgung durch die Muttermilch angewiesen, diese sollte also so nährstoffreich wie möglich sein.

Die Inhaltsstoffe der Mandelmilch

Eine der beliebtesten Alternativen zur herkömmlichen Kuhmilch ist die Mandelmilch. Genau genommen handelt es sich um keine echte Milch, denn die Flüssigkeit entsteht durch das Vermengen von Mandeln und Wasser.

Dadurch ist das Produkt gleichzeitig vegan, glutenfrei und enthält keinen Milchzucker (Laktose).

Das sind schon einmal gute Voraussetzungen für den Konsum während der Schwangerschaft, denn so ist die Gefahr einer bakteriellen Infektion durch Tierprodukte gebannt.

Kuhmilch wird zwar pasteurisiert und damit frei von potenziellen Erregern gemacht, jedoch gibt es immer wieder sogenannte Toxoplasmose-Erreger in der Flüssigkeit. Vor allem frische Kuhmilch oder nicht-behandelte Rohmilchprodukte können diese Bakterien in sich tragen.

Die Toxoplasmose-Erreger sind für normale Erwachsene nicht schädlich oder tödlich, dem sensiblen Ungeborenen im Bauch jedoch können sie schweren Schaden zufügen.

Die Mandeln als Hauptbestandteil enthalten viel Vitamin E, Antioxidantien, essentielle Aminosäuren, Kalzium und ungesättigte Fettsäuren. Diese lagern sich im Gegensatz zu den gesättigten Fettsäuren weder an den Arterien ab, noch heben sie den Cholesterinspiegel. Zudem bringen die Nüsse Eisen, Zink und Magnesium mit.

Wie wirken sich die Inhaltsstoffe der Mandelmilch auf das Baby?

Die oben genannten Vitamine und Spurenelemente der Mandeln haben positive Auswirkungen auf den Fötus. Da die Milch nur aus gepressten Mandeln, Wasser und Datteln oder Süßungsmitteln besteht, enthält diese noch viele der wertvollen Komponenten.

Hier sind die wichtigsten gesundheitlichen Vorteile dieser Inhaltsstoffe:

1. Vitamin E und Antioxidantien: Das Vitamin ist ein natürlicher Zellschutz, da es die empfindlichen Wände stärkt und vor Umwelteinflüssen abschirmt. Das kommt auch der Haut zugute, die täglich mit Sonnenlicht, Abgase, Kosmetikprodukte und UV-Strahlung konfrontiert wird.

Für das Baby ist Vitamin E ideal, die enorm schnelle Zellteilung unterstützt wird. Auch der Muskelaufbau und die Entwicklung des Gewebes inklusive Organe wird vorangetrieben.

2. Essentielle Aminosäuren: Sie tragen die Bedeutung bereits im Namen. Diese Aminosäuren kann der Körper nicht selbst produzieren, daher müssen sie über die Nahrung aufgenommen werden.

Sie unterstützen ebenfalls den Muskel- und Gewebeaufbau, eine der wichtigsten Funktionen für den Fötus in der Gebärmutter. Zudem sind sie Teil eines gesunden Stoffwechsels, die Aminosäuren helfen bei der Verwertung verschiedener Eiweißstoffe und Proteine.

3. Eisen: Eisen ist für Mutter und Kinde gleichermaßen wichtig, da es in der Schwangerschaft einen doppelt so hohen Bedarf daran gibt. Die Plazenta, die den Fötus ernährt, absorbiert große Mengen des Elements, sodass die tägliche Eisenration verdoppelt werden sollte.

Normalerweise ist Eisen vor allem in Fleischprodukten enthalten, Mandelmilch ist daher eine hervorragende Alternative für Vegetarierinnen oder Veganerinnen.

4. Zink: Zink ist einer der besten Helfer für das Immunsystem, das in der Schwangerschaft die Gesundheit von Mutter und Baby schützen muss. Zink wirkt antibakteriell und wehrt Erreger so schneller ab, zudem bildet der Organismus mehr Keratin und Kollagen für gesunde Haare und Nägel. Wie bei Eisen ist der Bedarf an Zink für werdende Mütter um etwa 70 % erhöht.

Mandelmilch in der Stillzeit

Viele Mütter beschließen, ihr Baby nach der Geburt selbst zu stillen und diesem mit der Muttermilch die von der Natur selbst konzipierte Nahrung zu geben.

Auch in dieser Zeit, die je nach den individuellen Wünschen von Mutter und Kind 6 bis 18 Monate dauert, ist eine umfassende und hochwertige Versorgung mit Nährstoffen das A und O.

Das Kalzium der Mandelmilch hilft dabei, die Qualität der Muttermilch zu erhöhen und so den Nährstoffgehalt für das Baby zu optimieren.
Vitamin E und Zink regen das Immunsystem an, unterstützen tatkräftig beim Wachstum der Zellen und sorgen für mehr natürlichen Schutz vor Haut- und Lungenkrankheiten.

Die essentiellen Aminosäuren regen die Proteinproduktion im Körper an, so verfügen Mutter und Kind über genug Kraft, um die manchmal anstrengende Zeit des Stillens gut zu meistern.

Selbstgemachte Mandelmilch – nur die beste Qualität für das Baby

Natürlich kommt es beim Verzehr jedes Lebensmittels auf dessen Qualität und die Herstellung an. Mandelmilch gibt es inzwischen in vielen Reformhäusern und Supermärkten in Bio-Qualität, diese ist zusätzlich durch verschiedene Siegel zertifiziert.

Es ist jedoch nicht schwer, gute Mandelmilch selbst herzustellen und so absolut sicher sein zu können, was sie beinhaltet.

Selbstgemacht Mandelmilch:

Zutaten für 1 Liter:

  • 300 Gramm geschälte Mandeln (Bio-Qualität)
  • 20 Gramm Chia-Samen
  • 600 ml + etwas Mineralwasser
  • evtl. Süßungsmittel

Zubereitung:

Die geschälten Mandeln werden zuerst grob zerkleinert und dann in etwas Wasser eingelegt. Sobald sie nach circa 6-8 Stunden weich sind, wird das Wasser abgegossen, nun kommen Chia-Samen und Süßungsmittel dazu.

Jetzt kommt alles in einen leistungsstarken Mixer, der die Nüsse weiter zerkleinert und mit dem Wasser vermischt. Auf höchster Stufe nimmt der Mixer seine Arbeit auf, bis die Flüssigkeit weißlich ist und keine Brocken mehr enthalten sind.

Nun wird die Milch abgeseiht, sodass die letzten kleinen Klümpchen im Sieb verbleiben. Gut gekühlt ist die selbstgemacht vegane Milch gut 4-5 Tage haltbar.