Quinoa in der Schwangerschaft

Die Samen der Quinoa-Pflanze, in Südamerika ein traditionelles Grundnahrungsmittel, haben hierzulande in den letzten Jahren einen richtigen Beliebtheits-Boom erlebt. Sie sind aus der gesundheitsbewussten Küche nicht mehr wegzudenken – dank ihrer Fülle an essenziellen Inhaltsstoffen. Ist Quinoa aber auch für den Speiseplan während der Schwangerschaft zu empfehlen?

Darf man Quinoa in der Schwangerschaft essen?

Die Vielfalt an Mineral- und Vitalstoffen ist für werdende Mütter ein wichtiges Kriterium der Ernährung. Quinoa liefert davon mehr als ausreichend. Für Schwangere sind die Samen dennoch nur als gelegentlicher Getreide-Ersatz geeignet. Sehen wir uns zuerst die positiven Seiten an.

Was ist Quinoa?

Die Geschichte der südamerikanischen Kulturpflanze ist seit 5000 Jahren belegt. Die genügsame Pflanze aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse hat sich durchgesetzt, wo andere Getreidesorten keine Chance mehr haben. Die Samen sind zu einer wichtigen Protein- und Vitaminquelle geworden.

Bei uns sind sie seit etlichen Jahren an erster Stelle der Liste an Superfoods. In den Regalen der Reformhäuser sind vor allem drei Sorten zu finden. Sie unterscheiden sich durch Struktur und Farbe, nicht jedoch nach Inhaltsstoffen:

  • Weißer Quinoa ist weichkochend, mild-nussig im Geschmack und eignet sich für vegetarische Burger oder Süßspeisen.
  • Roter Quinoa hat nach dem Kochen eine feste Struktur und ist als Beilage oder im Salat beliebt.
  • Schwarzer Quinoa ist ebenso festkochend und eine gute Basis für herzhafte Speisen.

Nicht jeder Superfood-Hype hat seinen ersten Höhepunkt überlebt. Die „Andenhirse“, wie die Samen bei uns auch genannt werden, ist seit Längerem beliebt.

2013 wurde sie als UN-Lebensmittel des Jahres ausgezeichnet – dank ihrer gesundheitsfördernden Eigenschaften und ihres genügsamen Anbaus.

Was macht Quinoa gesund?

Die Andenhirse war zunächst vor allem in der vegetarischen und veganen Küche ein richtiger Glücksfall. Sie liefert wichtige Inhaltsstoffe, die oft beim Fleisch- und Fischverzicht fehlen.

Auf Grund der Fülle hat sie es auch auf die Einkaufsliste all jener geschafft, für die eine ausgewogene Ernährung wichtig ist. Zu den wichtigsten Vorteilen zählen:

  • ein hoher Anteil an Proteinen und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, davon die Hälfte essenzielle Linolsäure,
  • viele Ballast- und Mineralstoffe, darunter Magnesium, Eisen oder Kalium,
  • Reich an Vitalstoffen wie Thiamin (B1) undVitamin B6 und sekundären Pflanzenstoffen mit anti-oxidativer Wirkung.

Quinoa ist darüber hinaus glutenfrei und hat seinen Platz in den Diät-Kochbüchern mehr als verdient. Der Grund, warum Ernährungsberater und Fachärzte für Schwangere eine Warnung ausgeben, liegt an den Saponinen. Sie zählen zu den Bitterstoffen und haben negative Auswirkungen.

Warum ist Quinoa für Schwangere nicht empfehlenswert?

Sie gedeiht an unwirtlichen Orten, wo andere Kulturpflanzen nicht überleben würden. Ein Grund ist, dass sie sich gut vor Schädlingen schützt. In den Samenschalen lagert die Pflanze Bitterstoffe (Saponine) an, die Fressfeinde abhalten.

Dieser Vorteil für die Pflanze führt zu einem Nachteil für werdende Mütter. Die Inhaltsstoffe von Quinoa stellen für Ungeborene ein Risiko dar.

Sie verursachen Reizungen der Darmschleimhaut und können, einmal in den Blutkreislauf gelangt, rote Blutkörperchen und Leber schädigen. Auf einen Fötus, dessen Verdauungssystem noch nicht ausgereift ist, hat das unter Umständen problematische Auswirkungen.

Während des Kochens/Erhitzens wird ein Großteil der Bitterstoffe der Quinoa abgebaut. Für gesunde Kinder und Erwachsene ist die Saponin-Konzentration kein Problem und die gesundheitsfördernden Eigenschaften der Andenhirse überwiegend.

Ist Quinoa für Kleinkinder und in der Stillperiode als Grundnahrungsmittel geeignet?

Die schädlichen Eigenschaften der Bitterstoffe sind bei einem gesunden Stoffwechsel vernachlässigbar. Die bei uns im Handel erhältlichen Quinoa-Sorten sind geschält und gewaschen. Dadurch verlieren sie den größten Teil der Schadstoffe.

Saponine werden aber nicht restlos aus den Samen entfernt und Spuren davon verbleiben im Nahrungsmittel. Der Getreide-Ersatz ist für Ungeborene und Kleinkinder bis zu zwei Jahren ein Risiko. Dasselbe gilt bei Erwachsenen mit einer Darmentzündung.

Die Empfehlung von Ernährungsberatern und Hebammen ist hier naturgemäß auf der sicheren Seite: Andenhirse ist nicht als regelmäßiges Lebensmitten für Schwangere und Stillende geeignet.

Quinoa: Ein gesundes Lebensmittel – nicht für Schwangere

Werdende Mütter brauchen eines mit Sicherheit: den Energieschub durch ausgewogene Ernährung. Die Regale der Reformhäuser und Gemüsestände am Markt bieten eine reichhaltige Auswahl an nähr- und vitalstoffreichen Lebensmitteln.

Quinoa ist, trotz der Vielfalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen, kein Grundnahrungsmittel für Schwangere. Die problematischen Wirkungen der Bitterstoffe stellen ein Risiko dar.

Die leckeren Burger aus Quinoa, die zufällig zur Essenseinladung bei Freunden serviert werden, können Schwangere sorgenfrei genießen. Beim gelegentlichen Verzehr ist das Risiko von negativen Auswirkungen verschwindend klein.