So gesund ist die Ananas

Die Ananas gilt als die „Königin unter den Früchten“. Ist sie aber auch so gesund, wie vielfach propagiert? Die Exotin trägt ihre Krone zu Recht, denn sie enthält viele gesundheitsfördernde Vitalstoffe.

Das zählt vor allem das Enzym Bromelain. Es ist in der Lage, Gefäßablagerungen zu beseitigen, Giftstoffe auszuleiten und den Körper zu entschlacken.

Darüber hinaus wirkt es sich positiv auf das Herz- und Kreislaufsystem aus und hilft, das Säure-Basen-Verhältnis ins Lot zu bringen. Das einzigartige Enzym hat sich auch im Rahmen von Krebstherapien bewährt.

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Grund genug, den vielen gesunden Eigenschaften der Ananas in einem ausführlichen Artikel auf den Grund zu gehen:

Eine Frucht erobert die Welt

Die Ananas ist eine wahre Exotin. Ihre ursprüngliche Heimat liegt in den tropischen Regionen Südamerikas und den karibischen Inseln wie Guadeloupe. Dort wurde sie im November 1493 von Christoph Columbus entdeckt.

Der italienische Seefahrer erlag dem Geschmack der aromatischen Tropenfurcht und nahm sie mit nach Europa.

Im Zuge der Kolonialisierung gelangte die Ananas durch die Spanier und Portugiesen nach Übersee wie Afrika und Süd-Indien. Dort fand die Exotin ideale Wachstumsbedingungen.

Auch heute noch wird die Ananas in vielen tropischen Regionen der Erde angebaut, von wo aus sie dann ihre Reise in alle Welt antritt.

Bromelain – ein außergewöhnliches Enzym

Der Ananas eilt der Ruf eines „Superfoods“ voraus. Ein Blick auf die Inhaltstoffe beweist, dass die Ananas ihrem Image gerecht wird. Die gesundheitsfördernden Eigenschaften sind vor allem dem Bromelain geschuldet.

Dabei handelt es sich um ein Enzym, das in der Lage ist, Eiweiße zu spalten. Das Bromelain wirkt dabei nicht nur präventiv, sondern kann auch gezielt gegen Krankheiten und viele Beschwerden des Alltags eingesetzt werden.

Die Wirksamkeit des Bromelains wurde auch von der Schulmedizin erkannt. In der Folge wurden die Wirkstoffe extrahiert und sind heute Bestandteil vieler Medikamente.

Neben der Medizin macht sich auch die fleischverarbeitende Industrie das Bromelain zunutze. Aufgrund der eiweißspaltenden Wirkung ist es ein beliebter „Zartmacher“ für zähes Fleisch.

Die positiven Eigenschaften des Bromelains entfalten ihre Wirkung nur dann, wenn die Ananas roh verzehrt wird. Ebenso wie viele andere Enzyme auch, verliert das Bromelain an Wirkungskraft, wenn es über 45 Grad Celsius erwärmt wird.

Pasteurisieren zerstört das Bromelain in der Ananas

Da Konserven und Säfte beim Pasteurisieren auf mindestens 60 Grad erhitzt werden, wird den Enzymen und vielen anderen Vitalstoffen buchstäblich der Garaus gemacht.

Auch wenn’s praktisch ist, sollte man auf die klassische „Dosen-Ananas“ verzichten und besser zur frischen Frucht greifen.

Noch ein kleiner Hinweis: Da sich in dem Strunk das meiste Bromelain befindet, sollte er mitgegessen werden – aber selbstverständlich nur dann, wenn er nicht allzu holzig ist.

Ananas als Mittel zur Blutverdünnung

Die Eigenschaft des Bromelains, Eiweiße aufzulösen, machen sich nicht nur Köche zunutze. Das Enzym wird auch in der Medizin eingesetzt, um den Bluteiweißstoff Fibrin aufzulösen.

Die Eiweiße abbauenden Proteasen hemmen die Blutgerinnung und mindern so das Risiko einer Thrombenbildung. Parallel neutralisieren sie Plasmaproteine, die in das umliegende Gewebe gelangt sind.

Das geschieht dann, wenn sich bei einer Venenschädigung mikroskopisch kleine Öffnungen gebildet haben.

Ananas stärkt Herz- und Kreislauf

Fette und süße Speisen hinterlassen ihre Spuren nicht nur in dem „Speckgürtel“ rund um die Hüften. Durch die ungesunde Ernährung wird auch viel des schädlichen LDL-Cholesterins produziert.

Diese Blutfette lagern sich an den Gefäßwänden ab, wodurch diese sukzessive verengt werden. Damit erhöht sich die Disposition für Herzinfarkte und Schlaganfälle.

Das Bromelain ist ein idealer Wirkstoff, wenn es darum geht, Blutgefäße von Plaque zu befreien. Wie eine Bürste putzt es die Blutfette von den Gefäßwänden und beugt so Herz- und Gefäßerkrankungen vor.

Neben dem Bromelain enthält die Ananas einen weiteren Vitalstoff, der das Herz- und Kreislaufsystem entlastet: Das Kalium. Dieses Mineral gehört, ebenso wie Natrium und Calcium, zu den so genannten Elektrolyten, die den osmotischen Druck in den Zellen in Lot halten.

Diese Regulierung wirkt sich positiv auf den Wasserhaushalt und auf den Blutdruck aus.

Entgiftung des Körpers dank Ananas?

Im menschlichen Organismus befinden sich Flüssigkeiten, die an ein Chemielabor erinnern. Dazu zählen Säuren und Basen.

So haben viele fluide Stoffe wie Blut, Magensäure oder Gelenkflüssigkeit einen spezifischen PH-Wert, der angibt, wie sauer oder alkalisch eine wässrige Lösung ist.

Säure im Organismus ist daher nicht per se negativ. Kritisch wird es erst dann, wenn das Säure-Basen-Verhältnis aus dem Gleichgewicht gerät. Das ist dann der Fall, wenn zu viele säurebildende Nahrungsmittel wie Getreide und Zucker oder Genussmittel wie Kaffee konsumiert werden.

Kleine Ernährungssünden wie eine Tortenschlacht am Geburtstag stellen dabei kein Problem dar – eine Schlemmerei in geselliger Runde gehört zum Leben dazu und trägt zum Wohlbefinden bei.

Anders verhält es sich, wenn der Organismus permanent übersäuert ist. In der Folge werden Stoffwechselvorgänge gestört, wobei es zu gesundheitlichen Beeinträchtigen kommen kann.

Der Organismus verliert an Vitalität und Widerstandskraft. Bei einer lang anhaltenden Übersäuerung werden auch Knochen und Bindegewebe angegriffen, was schlimmsten Falls zu Erkrankungen wie Gicht und Arthrose führen kann.

Nun aber die gute Nachricht: Die Ananas zählt aufgrund der vielen Mineralstoffe und des Bromelains zu den Nahrungsmitteln, die eine alkalisierende Wirkung haben. So kann die Ananas nicht nur präventiv wirken, sondern auch die Auswirkungen einer chronischen Übersäuerung wie Gelenkerkrankungen mildern.

So hilft die Ananas bei der Entschlackung

Das Enzym Bromelain hat aber noch mehr in petto: In der Wechselwirkungen mit anderen Vitalstoffen wie dem Vitamin C optimiert es den Blutzufluss zu beschädigten Zellen und beschleunigt den Abtransport von Schlacken und Zelltrümmern.

Neben dem Bromelain tragen auch die Fruchtsäuren der Ananas zur Entschlackung des Körpers bei, in dem sie schädliche Stoffe, die sich im Gewebe angesammelt haben, aufnehmen und neutralisieren.

Die Ananas ist daher ausgesprochen gesund. Wer die süß-saure Exotin in seinen Ernährungsplan einbaut, kann seinen Organismus von Stoffwechselschlacken befreien.

Die Ananas ist daher für den Körper ein regelrechter Kehraus, bei dem in allen Ecken gründlich geputzt wird.

Ananas ist eine Wohltat für den Darm

Wenn die Verdauung in einen langsamen Modus schaltet, bereitet es mehr als nur Unwohlwohlsein. Da Schlacken und Giftstoffe nicht zügig abtransportiert werden, verweilen sie zu lange im Körper, wo sie mitunter Schäden anrichten können.

Das Bromelain reinigt nicht nur die Gefäße, sondern bringt auch die Verdauung wieder in Schwung und sorgt so dafür, dass der „Unrat“ schnell ausgeschieden wird.

Aber mehr noch: Zusammen mit dem Spurenelement Zink eliminiert das Enzym Parasiten, die sich im Darm angesiedelt haben.

Wundheilung und Schwellungen

Wer sich bei Sportunfällen oder anderen Missgeschicken Schwellungen und Prellungen zuzieht, kann ebenfalls von dem Bromelain partizipieren. Die eiweißspaltenden Eigenschaften dieses Enzyms fördern den Rückgang von Schwellungen, in dem sie die Gefäße abdichten und so das Einlagern von Flüssigkeiten minimieren.

Ananas ist daher nicht nur eine Freude für den Gaumen, sondern ist auch ein bewährtes Hausmittel bei Verletzungen.

Die abschwellende Wirkung des Bromelains macht sich auch die Schulmedizin zunutze. So wird das postoperative Anschwellen der Nase oder der Nasennebenhöhlen mit Enzym-Extrakten der Ananas behandelt.

Bromelain in der Krebstherapie

Der Alleskönner Bromelain hat auch das Interesse der Krebsforschung geweckt. So wurde in vielen Studien der Nachweis erbracht, dass die entzündungshemmende Wirkung des Enzyms auch die Immunzellen des Körpers aktiviert und so einer Tumorbildung entgegen wirken kann.

Das Bromelain kann aber auch als Therapeutikum im Rahmen einer Krebstherapie eingesetzt werden. Dabei macht sich die Medizin die eiweißspaltenden Eigenschaften des Bromelains zunutze:

Tumorzellen bauen an der Oberfläche ihrer Zellwände eine Schutzschicht aus Proteinen auf, die von Abwehrzellen nicht überwunden werden können. Da das Bromelain Eiweiße spalten kann, wird das Schutzschild abgebaut. So können Tumorzellen von den körpereigenen Abwehrkräften bekämpft und ihr Wachstum kann gestoppt werden.

Ananas sorgt für gute Laune

Wenn das Wetter oder die Malessen des Alltags die Stimmung trüben, kann die Ananas helfen, die dunklen Wolken zu vertreiben. Die Ananas enthält gleich mehrere Wirkstoffe, die für gute Laune sorgen.

Zu diesen Stimmungsaufhellern gehört das Vanillin. Diesem Aromastoff wird nicht nur eine euphorisierende und anregende Wirkung zugeschrieben, sondern auch erotisierende Eigenschaften.

Damit sorgt die Ananas nicht nur für eine gute Stimmung im Alltag, sondern zaubert auch als Nachstich bei einem Candle-Light-Dinner eine prickelte Atmosphäre.

Neben dem Vanillin enthält die Ananas auch den Neurotransmitter Serotonin sowie Tryptophan, einer Vorstufe des Serotonins.

Das Serotonin ist im wahrsten Sinne des Wortes ein „Glücksbote“, denn es zählt zu den Botenstoffen, die im Gehirn „Glückshormone“ übermitteln.

Beauty-Queen Ananas

Ananas macht schön. Sie kann dabei sowohl äußerlich als auch innerlich angewandt werden. Die positiven Wirkungen der Ananas hat auch die Kosmetikindustrie erkannt.

So enthalten viele Produkte Ananasenzyme. Diese Subtanzen können abgestorbene Hautzellen ablösen und der Haut ein frisches und jugendliches Aussehen verleihen.

Neben den Enzymen wirken auch andere Vitalstoffe wie das Vitamin C Wunder. Da dieses Vitamin maßgeblich an der Collagen-Bildung beteiligt ist, polstert es die Falten von Innen auf.

Wer ab und an eine Ananas verzehrt, kann nicht nur viel für seine Gesundheit tun, sondern auch die Zeichen der Zeit etwas weichzeichnen.

Für diejenigen, die es eilig haben und ihre Haut schell „aufmöbeln möchten“, gibt es einen Geheimtipp: Die „Ananas-Maske“. Dieses Schönheitselixier ist kein Hexenwerk und ist binnen Minuten einsatzbereit:

Das Fruchtfleisch pürieren, den Fruchtbrei auf Gesicht und Dekolleté auftragen, etwa 20 Minuten einwirken lassen und die Maske anschließend mit kaltem Wasser abspülen – und schon wird man von einem strahlenden Spiegelbild angelächelt.

Frische Ananas kann auch bei anderen altersbedingten Erscheinungen wie Altersflecken angewandt werden. Ein paar Tropfen frischer Ananas-Saft werden auf die entsprechenden Stellen aufgetragen und nach der Einwirkungszeit von mindestens 30 Minuten abgewaschen.

Bei längerer Anwendung werden die Altersflecke „blass aussehen“ oder sogar ganz verschwinden.

Ananas als Schlankmacher?

Vor einigen Jahren war die so genannte „Hollywood-Diät“ in aller Munde. Stars und Sternchen propagierten die süße Köstlichkeit als das ultimative Schlankheitsmittel: Das Enzym Bromelain lässt Pfunde purzeln.

Ein wahres Märchen! Leider sind viele Märchen zu schön, um wahr zu sein.

Die Inhaltsstoffe der Ananas können zwar helfen, den Körper zu entschlacken. Wer aber im Liegestuhl sitzt und an einer Ananas knabbert, kann nicht auf eine Gewichtsreduktion hoffen.

Das Bromelain spaltet zwar Eiweiße, aber keine Fettpölsterchen.

Die Ananas wirkt bei einer Diät sogar kontraproduktiv. Zum einen spaltet das Bromelain auch das letzte Eiweißmolekül aus der Nahrung und beutet diese so bis zur letzten Kalorie aus.

Zum anderen hat sie einen hohen Anteil an Fruchtzucker und einen entsprechend hohen glykämischen Index. Je höher dieser Wert, desto schneller steigt und fällt der Blutzuckerspiegel.

Das Ergebnis: Der Appetit wird gesteigert, wobei es mitunter auch zu den berüchtigten Heißhungerattacken kommen kann.

Inhaltsstoffe der Ananas

Kalorien 49
Eiweiß 0.5 g
Kohlenhydrate 12.4 g
Fett 0.2 g
Ballaststoffe 1.4 g

Eisen 0.4 mg
Zink 0.1 mg
Magnesium 17 mg
Chlorid 39 mg
Mangan 0.3 mg
Schwefel 3 mg
Kalium 3 mg
Kalium 180 mg
Kalzium 16 mg
Phosphor 9 mg
Kupfer 0.1 mg
Fluorid 0.01 mg

Vitamin C 19 mg
Vitamin A 0.01 mg
Vitamin E 0.1 mg
Vitamin B1 0.08 mg
Vitamin B2 0.03 mg
Vitamin B6 0.08 mg