7 Gründe, warum Petersilienwurzel so gesund ist

Seit einiger Zeit werden regionale Wurzelgemüse immer beliebter und neben der klassischen Kohlrübe werden hauptsächlich Pastinaken und Petersilienwurzeln gerne als Suppen oder Beilagen serviert.

Die Petersilienwurzel stammt zwar ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, lässt sich aber auch in Mitteleuropa sehr gut anbauen.

Gerüchten zufolge soll bereits zu Zeiten des Römischen Reichs die Armee ihre Soldaten mit Petersilienwurzeln versorgt haben, weil sie der Gesundheit so ausgesprochen förderlich sind. Die Gründe dafür sind zahlreich.

1. Petersilienwurzel hat viel Vitamin C

Der Gehalt an Vitamin C von Petersilienwurzeln ist beachtlich. Auch wenn die Petersilienwurzel den unangefochtenen Spitzenwert von Paprika nicht erreicht, entspricht ihr Anteil an Vitamin C dem dreifachen der Kartoffel, die bereits als zuverlässiger Lieferant von Vitamin C gilt.

Die Petersilienwurzel enthält 41 mg Vitamin C pro 100 g. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt als Tagesdosis eine Zufuhr von 90 – 110 mg für Erwachsene. Das bedeutet, bereits 250 g der Petersilienwurzel genügen, um 100 Prozent des Tagesbedarfs abzudecken.

Vitamin C für das Immunsystem

Vitamin C ist deshalb so gesund, weil das menschliche Immunsystem darauf angewiesen ist, um überhaupt zu funktionieren. Außerdem ist Vitamin C an zahlreichen Stoffwechselvorgängen beteiligt.

Petersilienwurzel ist deshalb ganz besonders gesund im Winter, wenn das Immunsystem gefordert ist. Gerade dann bietet sich das gut lagerbare Gemüse als regelmäßige Quelle an.

2. Vitamine E und B

Petersilienwurzeln enthalten außerdem viele Vitamine der wichtigen B-Gruppe, die vorrangig für die Funktion der Nerven, den Gehirnstoffwechsel und den Zellaufbau benötigt werden. Besonders hoch ist der Gehalt an Folsäure (Vitamin B 9 bzw. 11).

Zusammen mit dem ebenfalls nicht unerheblichen Gehalt an Vitamin E verleiht das der Petersilienwurzel auch einen gewissen antioxidativen Wirkungsgrad.

3. Petersilienwurzel enthält wichtige Mineralstoffe

Frisch geerntete Petersilienwurzeln

Dazu kommen die Mineralstoffe Kalium, Kalzium und Eisen. Der Kaliumgehalt gilt als vergleichsweise hoch und damit nützlich für Personen, die einen Kaliummangel ausgleichen müssen.

Kalzium und Eisen sind in durchschnittlichen Mengen vorhanden, aber dennoch gerade für Veganer gesund, die prinzipiell darauf achten müssen, durch den Verzicht auf Fleisch und Milchprodukte keinen Mangel an Kalzium und Eisen zu erleiden.

4. Hoher Ballaststoffgehalt

Mit 4,5 Prozent bietet die Petersilienwurzel einen für Gemüse recht üppigen Anteil an Ballaststoffen.

Zum Vergleich: Dies entspricht fast dem doppelten Ballaststoffgehalt von Möhren.

Ballaststoffe sind wichtig für die Verdauung, denn unter diesem Begriff wird vereinfacht alles zusammengefasst, das vom Körper unverdaut wieder ausgeschieden wird.

Die wichtigste Wirkung von Ballaststoffen ist schlicht die Regulierung der Füllmenge des Darms.

Ein zu geringes Volumen des Darminhalts kann gleichermaßen zu Durchfall wie zu Verstopfung führen. Beidem kann mit ballaststoffreicher Kost vorgebeugt werden.

Das macht die Petersilienwurzel zusätzlich gesund, wenn dazu genug Wasser getrunken wird, denn Ballaststoffe nehmen im Verdauungstrakt Wasser auf, das dadurch dem Körper entzogen wird und ersetzt werden muss.

Aufgenommen und ausgeschieden werden dabei auch Verdauungssäuren, damit wirkt Petersilienwurzel letztlich auch entgiftend und damit gesundheitsfördernd.

5. Dank ätherischen Ölen ist Petersilienwurzel besonders gesund

Der würzige Geschmack der Petersilienwurzel entsteht durch die enthaltenen ätherischen Öle Apiol und Myristicin. Beide haben medizinisch relevante Auswirkungen:

Apiol gegen Blasenleiden

Dem Wirkstoff Apiol wird eine harntreibende Wirkung zugeschrieben, die heilsam bei Erkrankungen der Blase und des Harntrakts sein kann.

Auch in diesem Kontext ist es wieder sehr wichtig, zusätzlich genug Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Apiol zur Förderung der Verdauung

In höherer Dosierung wirkt Apiol sich auf die selbständig kontrahierenden Muskeln des Unterleibs und der Verdauungsorganee aus. Daher rührt eine weitere Verdauungsfördernde Wirkung der Petersilienwurzel.

Bei Magenbeschwerden ist der Verzehr in besonders leicht verdaulicher Form zu empfehlen – entweder als Pürree oder pürriert in einer Suppe.

Apiol bei Menstruationsbeschwerden und Schwangerschaft

Der Umstand, dass Apiol die Muskelkontraktionen des Unterleibs anregt, wurde bereits in vergangenen Jahrhunderten dazu genutzt, diverse Frauenleiden zu behandeln.

In höchster Steigerung kann man damit auch eine wehenauslösende Wirkung erzeugen.

In Spätstadien einer Schwangerschaft mag dies durchaus gesund und sinnvoll sein. In Frühstadien kann hochdosiertes Apiol dadurch aber zu Fehlgeburten führen, weswegen Schwangere beim Verzehr von Petersiliengemüse grundsätzlich vorsichtig sein müssen.

Für gewollte Abtreibungen benutzte man früher Petersiliensamen, die eine besonders hohe Konzentration von Apiol enthalten.

6. Das Myristicin in der Petersilienwurzel macht gute Laune

Myristicin ist ein psychoaktiver Wirkstoff, der abhängig von der verabreichten Dosis auch halluzinogen wirken kann. Die Mengen, die man mit dem Verzehr von Petersilienwurzeln erreichen kann, sind gesundheitlich eher unbedenklich.

Interessant ist aber, dass die psychoaktive Wirkung im Gehirn – grob vereinfacht dargestellt – der von Antidepressiva entspricht.

Daher ist durchaus davon auszugehen, dass Petersilienwurzel mindestens gute Laune verursacht, wenn sie nicht tatsächlich sogar gegen Depressionen hilft.

Vermutlich war es auch die stimmungsaufhellende und anregende Wirkung, die dazu führte, dass man Soldaten gern mit Petersilienwurzel versorgte.

7. Petersilienwurzel hat nur wenige Kalorien

In verwirrend vielen Publikationen wird die Petersilienwurzel als „wahrer Schlankmacher“ mit nur 200 kcal / kg gefeiert. Diese Angabe ist nicht nachvollziehbar.

Andere Quellen nennen einen Kalorienanteil von 500 kcal / kg. Dieser Wert ist richtig. Wer sich nicht sicher ist, kann die Petersilienwurzel ganz einfach selbst mit anderen Gemüsen vergleichen.

Der angebliche Gehalt von 200 kcal / kg entspräche dem von grünem Gemüse, das praktisch keine Kohlenhydrate enthält.

Vergleichbare Gemüse wie Möhren, Kartoffeln oder Pastinaken enthalten jeweils etwas mehr oder weniger Kalorien als 500 kcal / kg.

Doch auch mit diesem Kaloriengehalt ist die Petersilienwurzel keineswegs ein „Dickmacher“.

Betrachtet man den Ballaststoffgehalt, stellt man fest: Den gegenüber Möhren verdoppelten Anteil erreicht die Petersilienwurzel mit nur einem Fünftel mehr Kalorien – eine ausgesprochen gesunde und schlanke Bilanz.