Käsefondue in der Schwangerschaft

Manche kulinarische Verlockungen passen oftmals nicht zu den strikten Ernährungsregeln von Schwangeren. Aus Liebe zum Ungeborenen und aus Verantwortung gegenüber dem entstehenden Leben trauen sich werdende Mütter an leckere Versuchungen wie einem würzigen und cremigen Käsefondue nicht mehr heran.

Gerade weil nicht alle Käsesorten während einer Schwangerschaft ganz unbedenklich für das wachsende Kind sind, verzichten viele Frauen lieber ganz. Übertriebene Vorsicht oder notwendige Einschränkung? Wir verraten, was dran ist und was wirklich geht.

Gelüste in der Schwangerschaft

Die berühmten und teilweise eigenartigen Gelüste während einer Schwangerschaft kennt wohl jede Frau. Dabei muss es nicht immer zwingend die außergewöhnliche Kombination Essiggurke mit Nutella sein, die Außenstehende mit einem ungläubigen Kopfschütteln ratlos zurück lässt.

Es gibt Frauen, die sind plötzlich verrückt nach sauren Äpfeln, andere verabscheuen auf einmal unerklärlicherweise den saftigsten Kuchen und wieder andere können schlagartig Fleisch weder riechen noch schmecken.

Wenn Frauen schwanger sind, haben sie nicht selten Appetit auf Lebensmittel, für die sie sich vorher nie begeistern konnten. Jede Frau entwickelt andere feinschmeckerische Begehrlichkeiten. Aus Süßmäulern werden totale Schokoladenverweigerer, aus Liebhaberinnen von Herzhaftem entwickeln sich wahrhaftige Obst-Freaks, anspruchsvolle Genießerinnen ekeln sich unerwartet vor dem ewig geliebtem Rinderfilet und spüren ganz überraschend den Drang nach simplen Lebensmitteln wie Kartoffeln, von denen sie sich am liebsten Tag und Nacht ernähren möchten.

Wenigesserinnen verschlingen unerwartet ganze Bauarbeiterportionen. Bei Essgewohnheiten während Schwangerschaften gilt: Es gibt nichts, was es nicht gibt. Eine Schwangerschaft ist deshalb aus ernährungstechnischer Sicht immer auch ein bisschen mit Ausnahmezustand gleichzusetzen.

Was Experten in der Schwangerschaft empfehlen

Bestimmte Nahrungsmittel sind in einer Schwangerschaft einfach tabu. Dazu gehört an erster Stelle Alkohol und in jedem Fall auch Rohware tierischen Ursprungs.

Neben Medium gegartem Fleisch, rohem und geräuchertem Fisch sowie Schinken, Rohwurst und Süßspeisen mit rohen Eiern gelten auch einige Käsesorten als bedenklich für Schwangere und sollten deshalb unbedingt gemieden werden.

Warum Käse für Schwangere gefährlich sein kann

Auf rohen tierischen wie pflanzlichen Lebensmitteln befinden sich häufig Bakterien, auch Listerien genannt. Die fürs menschliche Auge unsichtbaren Bakterien werden nicht durch kühles Lagern abgetötet, sondern vermehren sich sogar im Kühlschrank noch. Schwangere sind für eine Listerioseinfektion grundsätzlich anfälliger.

Wenn sich eine solche Infektion dann noch auf das Kind im Mutterleib überträgt, kann das ernsthafte gesundheitliche Folgen haben sowie Früh-, Fehl- und im schlimmsten Fall auch Totgeburten verursachen.

Das heißt im Umkehrschluss allerdings nicht, dass die werdende Mutter auf alles gänzlich verzichten muss. Erlaubt ist, was schmeckt und dem Ungeborenen nicht schadet. Die Spielregeln einer richtigen Ernährung sind relativ einfach, auch wenn die Ernährungsanpassung anfänglich überfordern kann.

Wer darauf achtet, ausreichend Vollkornprodukte, viel Vitamine, genug Ballaststoffe, wenig Zucker, Fett in Maßen und regelmäßig Milchprodukte zu sich zu nehmen, macht laut Experten keine Fehler.

Empfohlen wird, mehrere kleine Mahlzeiten zu konsumieren. Auf Käsefondue müssen Schwangere nicht verzichten, denn eine ausgewogene, abwechslungsreiche und gesunde Ernährung geht durchaus auch mit Käsefondue, wenn Zutaten und Zubereitung stimmen.

Käsefondue in der Schwangerschaft

Käsefondue ist das ideale Essen für einen gemeinsamen Abend in geselliger Runde mit Familie oder Freunden. In geschmolzenem warmen Käse, der üblicherweise in einem Topf mittig auf dem Tisch serviert wird, werden Brotstücke eingetunkt und häppchenweise verzehrt.

Das inzwischen sehr beliebte Käsefondue stammt aus der Alpenküche. Für die Zubereitung werden je nach Geschmack und Tradition unterschiedliche Käsesorten verwendet und miteinander vermischt.

Das traditionelle Käsefondue besteht zum Großteil aus Lebensmitteln, die für Schwangere und das Ungeborene gefährlich werden können:

  • Rohmilchkäse und
  • Alkohol.

Rohmilchkäse besteht aus unbehandelter Milch und kann Bakterien enthalten, die für das Kind lebensbedrohlich sein können. Alkohol ist ein Rauschmittel, das beim Ungeborenen ebenfalls massive gesundheitliche Schäden auslösen kann.

Zu den beliebtesten Käsesorten bei der Zubereitung gehören unter anderem Gruyère, Appenzeller, Emmentaler, Beaufort, Comté und Vacherin. Unverzichtbarer Bestandteil für viele ist außerdem die Zugabe von Weißwein plus Maisstärke oder Speisestärke zur Verhinderung von Klümpchenbildung.

Bekannt ist auch die Zubereitung mit Kirschwasser, das die Schwere des Gerichts etwas ausbalancieren soll. Gewürze wie Pfeffer und Knoblauch gehören ebenfalls zur Abrundung dazu.

Alternative für Schwangere

Die Zubereitung mit Weißwein ist deshalb so wichtig, weil dieser das Zähwerden des Käses verhindert. Statt Alkohol kann aber auch Süßmost oder Brühe mit Zugabe von Zitronensaft zugegeben werden.

Andere mittlerweile etablierte Rezeptvarianten geben sogar die Zugabe von Milch oder Buttermilch vor, empfehlen Frischkäse oder Schmand als zusätzlichen Käse und schlagen vor, alles noch mit hochwertigem Olivenöl zu verfeinern.

Schwangere, die absolut auf Nummer sicher gehen wollen, nutzen ausschließlich Käse wie Gouda und Edamer. So kann genüsslich und ohne zu zögern geschlemmt werden.

Warum Käsefondue mit auf dem Speiseplan von Schwangeren stehen darf

Schwanger sein bedeutet nicht, nichts mehr zu dürfen! Käse ist ein wichtiges Nahrungsmittel für eine Schwangere. Gerade in Kombination mit Gemüsesticks kann ein Käsefondue eine sättigende und kohlenhydratarme Mahlzeit sein.

Unbedenklich und unglaublich lecker sind die Käsesorten Parmesan, Edamer, Emmentaler und Gruyère. Lediglich die Rinden müssen großzügig entfernt werden. Der Käse wird erhitzt, sodass mögliche Bakterien abgetötet werden und der Alkohol verdunsten kann.

Deswegen: Lieber etwas länger köcheln lassen als zu kurz. Wenn der Käse so heiß wird, dass er Bläschen wirft, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit alle Bakterien abgetötet.

Tipp: Wer alle Risiken ausschließen will, probiert ganz experimentierfreudig neue und andere Rezeptideen ohne Alkohol aus. Diese schmackhaften Alternativen bringen Abwechslung und Spannung in den Fondue-Abend und werden auch die nicht schwangeren Mitesser begeistern.

Mit Bedacht schlemmen!

Der Genuss von Käsefondue ist in einer Schwangerschaft nicht unmöglich. Allerdings sollte die durchaus fettreiche Mahlzeit nicht regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Käsefondue ist mitunter nicht so gut verdaulich und kann schwer im Magen liegen. Die Gefahr einer Listerioseinfektion ist vor allem dann gegeben, wenn der Käse nicht richtig erhitzt wurde.

Vom Verzehr folgender Käsesorten wird während einer Schwangerschaft abgeraten:

  • Schimmelkäse,
  • Weichkäse,
  • Frischkäse aus Rohmilch,
  • Schafs-und Ziegenkäse aus Rohmilch und
  • Käse aus unpasteurisierter Kuhmilch.

Käsefondue in der Stillzeit

Während der Stillzeit sollte sich die frisch gebackene Mutter weiterhin möglichst gesund, nährstoffreich, nikotin- und alkoholfrei ernähren. Das Baby erhält über die Muttermilch alle notwendigen Nährstoffe.

Viel trinken, am besten Wasser ohne Kohlensäure, ist jetzt sehr wichtig für die Mutter. Nach der Geburt darf nun auch wieder Rohmilch verzehrt werden. Das hat keinen Einfluss auf die Muttermilch.

Käsefondue ist während der Stillzeit also vollkommen unproblematisch. Wer sich dazu ein Glas Wein gönnen will, isst und trinkt direkt nach einer Stillsession.

Da sich der geringe Alkoholanteil im Körper relativ schnell wieder abbaut, ist auch der edle Tropfen in kleinen Mengen jetzt wieder erlaubt. Es gilt während der Stillzeit der Leitsatz: Alles, was schmeckt, nur in Maßen.

Käsefondue für Babies und Kleinkinder?

Im ersten Lebensjahr enthält das Baby alle nötige Energie und wichtigen Nährstoffe über die Milch. Die Muttermilch gilt hierfür als besonders geeignet, weil sie alle notwendigen Abwehr- und Schutzstoffe enthält.

Wenn das Kind schließlich alt genug ist, kann es an der Familienkost mit teilnehmen. Das ist ungefähr ab dem zehnten Lebensmonat möglich.

Bei der Ernährung des Kleinkindes muss einiges beachtet werden. Rohprodukte dürfen nicht serviert werden. Das gilt vor allem für tierische rohe Nahrungsmittel wie Mettwurst, Speisen aus rohen Eiern, Honig und Weichkäse.

Die darin befindlichen Krankheitserreger können sehr gefährlich für Kleinkinder sein. Ein leicht verdauliches kleines Käsefondue geht sicherlich auch für ein Kleinkind.

Es gibt zahlreiche kindergerechte Rezepte, die zu besonderen Anlässen Verwendung finden und bestimmt für ein unvergessliches Esserlebnis sorgen.

Alles Käse, oder was?

Käsefondue ist köstlich und darf mit Abstrichen auch in der Schwangerschaft genossen werden. Es kommt immer auf die Zutaten an. Denn Käse ist nicht gleich Käse.