Deshalb ist Sauerkraut so gesund!

Sauerkraut ist ein wahres Powerkraut und unglaublich gesund! Der Allrounder unter den Gemüsesorten bringt den Darm in Schwung, kräftigt das Immunsystem und stärkt Herz und Kreislauf.

Aber dem nicht genug: Die im Sauerkraut enthaltenen Vitalstoffe neutralisieren freie Radikale und sind sogar in der Lage, die Stimmung zu heben.

Besonders selbstgemachtes Sauerkraut strotzt vor Vitaminen (© Oleksandr / Adobe Stock)

Grund genug, wieso wir in diesem Artikel den Einfluss von Sauerkraut auf Deine Gesundheit erläutern möchten.

Weshalb ist Sauerkraut so gesund?

Sauerkraut ist nicht umsonst seit Jahrtausenden ein ultimatives Superfood. Es enthält neben vielen Mineralien, Spurenelementen, Vitaminen auch sekundäre Pflanzenstoffe.

Sauerkraut ist nicht nur gesund, sondern schmeckt auch richtig lecker. Darüber hinaus ist vielseitig verwendbar und kann kalt oder warm genossen werden. Da kommt keine Langeweile auf dem Teller auf!

Sauerkraut steckt voller Vitamin C

Das Vitamin C ist in aller Munde, wenn es darum geht, das Immunsystem zu stärken. Insbesondere in der kalten Jahreszeit ist dieses Vitamin der perfekte Schutzschild gegen Husten und rote Schnupfennasen.

Neben den Zitrusfrüchten liefert aber auch Sauerkraut eine gute Portion dieses wertvollen Vitamins.

Sauerkraut verhalf den Menschen noch bis in das letzte Jahrhundert hinein über die Wintermonate hinweg, in dem es sie mit diesem lebenswichtigen Vitamin versorgte.

Auch europäische Seeleute wussten das Sauerkraut zu schätzen. Es bewahrte sie vor Skorbut, einer gefürchteten Vitamin C-Mangelkrankheit, die nicht selten zum Tod führte.

Damit ist das Repertoire dieses Vitamins aber noch lange nicht erschöpft. Es reguliert biochemische Vorgänge, wie den Cholesterin- und Fettstoffwechsel. Dabei handelt es sich um lebenswichtige Prozesse, bei denen fettlösliche Vitamine sowie Hormone wie Östrogen und Testosteron produziert werden.

Der Tausendsassa unter den Vitaminen ist auch ein effizienter Radikalfänger, der den Organismus nicht nur vor vielen typischen Zivilisationskrankheiten wie Arteriosklerose und Kreislaufbeschwerden bewahrt, sondern auch vor Anzeichen vorzeitigen Alterns.

Mit Sauerkraut gegen freie Radikale

Die Inhaltsstoffe des Sauerkrauts machen mobil gegen freie Radikale. Dabei handelt es sich nicht üble Zeitgenossen, sondern um hochaggressive Sauerstoffverbindungen.

Sie entstehen bei physiologischen Stoffwechselprozessen oder durch äußere Einflüsse wie UV-Strahlung, Umweltgifte, Ozon, Feinstaub aber auch bei starker körperlicher Beanspruchung wie Leistungssport.

Der Organismus ist durchaus in der Lage, die freien Radikale abzuwehren. Wenn diese Verbindungen aber überhand nehmen, gerät der Körper in einen oxidativen Stress. In der Folge kann es zu Zellschädigungen und Störungen der Stoffwechselprozesse kommen.

Damit erhöhen sich Dispositionen für bestimmte Krankheiten wie Arteriosklerose, Diabetes, Krebs, Schlaganfall und Alzheimer. Da die hochaggressiven Verbindungen auch die Hautzellen schädigen, beschleunigen den Alterungsprozess.

Antioxidantien im Sauerkraut helfen gegen freie Radikale

Nun aber die gute Nachricht: Gegen freie Radiale ist ein Kraut gewachsen – Das Sauerkraut! Der vergorene Kohl enthält ein ganzes Füllhorn an Antioxidantien, die den Organismus schützen.

Dazu zählen vor allem die Spurenelemente Zink und Selen, die Vitamine C, E und B2 sowie sekundäre Pflanzenstoffe.

Die Antioxidantien sind in der Lage, die sauerstoffhaltigen Moleküle der freien Radikale zu neutralisieren.

Dieser recht komplexe bio-chemische Prozess lässt sich ganz leicht am Beispiel eines angeschnittenen Apfels veranschaulichen: An den Schnittstellen findet eine Oxidation statt, in deren Verlauf sich das Fruchtfleisch braun verfärbt.

Dieser Prozess kann verhindert werden, wenn die Schnittstelle mit Vitamin C, einer hochwirksamen Antioxidans, beträufelt wird.

Sauerkraut – Wellness von Innen

Was Äpfel vor dem Altern schützt, bewahrt auch die Haut vor Alterserscheinungen. Für Falten und Pigmentflecke ist aber nicht nur der Zahn der Zeit verantwortlich.

Auch Stress, ungesunde Lebensweise oder Umwelteinflüsse lassen die Haut „alt aussehen“. Sauerkraut liefert viele Inhaltsstoffe, die das Rad der Zeit zwar nicht aufhalten, aber beträchtlich verlangsamen können.

Das wichtigste Anti-Aging-Mittel ist das Vitamin C. Es schützt vor UVB-Strahlen, die primär für die Faltenbildung verantwortlich sind.

Aber mehr noch: Dieses Vitamin unterstützt auch die Kollagenproduktion, wodurch die Falten von innen aufgepolstert werden. In Kombination mit den Spurenelementen Zink und Selen werden Enzyme aktiviert, die einen inneren Reinigungsprozess in Gang setzen und so die Hautalterung verlangsamen.

Aber auch das Vitamin E leistet einen Beitrag, in dem es die Spannkraft der Haut verbessert. Kurzum: Sauerkraut ist ein wahrer Jungbrunnen!

Mit Sauerkraut zur Wunschfigur

Wenn der Zeiger der Waage ein paar Pfunde zu viel anzeigt oder die Lieblings-Jeans etwas kneift, kann Sauerkraut wahre Wunder wirken. Mit seinen knapp 20 Kalorien pro 100 Gramm ist Sauerkraut nicht nur ein Leichtgewicht, das den Magen füllt.

Es hat auch einen hohen Ballaststoffanteil, der die Verdauung in Schwung bringt. Gleichzeitig sorgen die Milchsäurebakterien für eine gesunde Darmflora, was sich wiederum positiv auf das Immunsystem und den Stoffwechsel auswirkt.

Die vielen Inhaltsstoffe versorgen den Organismus mit Vitaminen und Mineralien, so dass während einer Sauerkraut-Diät keine Mangelerscheinungen auftreten. Ein „Mangel“ besteht daher nur bei den Kalorien…

Sauerkraut hilft bei der Darm-Regeneration

Auch bei gesunder Lebensweise ist niemand vor Infektionen gefeit. Bakterien und anderen Übertätern kann dann nur noch mit Antibiotika begegnet werden.

Leider wird die Darmflora nach einer Antibiotika-Behandlung zu einer regelrechten Wüste: Es sterben nicht nur die schädlichen Bakterien ab, sondern auch Mikroorganismen, die den Darm vor Viren, Pilzen und Parasiten schützen.

Krankheitserregern sind damit Tür und Tor geöffnet!

Damit sich auf der ungeschützten Darmschleimhaut keine neuen Missetäter ansiedeln, muss die Darmflora aufgebaut werden. Sauerkraut ist dafür bestens geeignet, denn die Milchsäurebakterien können mit ihrer probiotischen Wirkung die Darmflora auf natürliche Weise regenerieren.

Da der Darm nach einer Antibiotika-Therapie noch geschwächt ist, sollte mit der Darmregeneration mit Sauerkraut eine Woche nach dem Absetzen der Medikamente begonnen werden. Dies sollte aber auf jeden Fall mit dem Arzt besprochen werden.

Da die probiotischen Wirkstoffe nur in frischem Kraut vorhanden sind, darf für die Aufbau-Kur nur Rohkost auf den Teller.

Sauerkraut für das „Kehraus“ im Darm

Der berühmte Pfarrer Kneipp bezeichnete das Sauerkraut als „Besen für den Darm„.

Mit dieser rustikalen Metapher verwies der Heilkundige auf die Milchsäurebakterien, die nicht nur die Verdauung anregen, sondern auch schädlichen Bakterien den Garaus machen.

Kneipp ging mit gutem Beispiel voran und begann den Tag mit einer guten Portion Sauerkraut.

Vitalität und gute Laune – Sauerkraut sei Dank.

„Sauer macht lustig“ – sagt der Volksmund. Eine Aussage, die beim Sauerkraut ins Schwarze trifft! Der vergorene Weißkohl trägt nicht nur zum leiblichen Wohl bei. Regelmäßiger Konsum von Sauerkraut hebt die Stimmung und sorgt für gute Laune.

Diese Wirkung ist vor allem dem Acetyl-Cholin geschuldet, das sich positiv auf das vegetative Nervensystem auswirkt. So wurde in klinischen Studien nachgewiesen, dass eine Sauerkraut-Kur von drei Monaten depressive Verstimmungen minimieren oder sogar beseitigen kann.

Dauerstress im Büro? Wer erschöpft und gestresst nach Hause kommt, sollte sich abends eine Portion Sauerkraut gönnen. Der Vitalstoffmix hilft dem Körper bei der Regeneration und verleiht dem Organismus mehr Frische und Vitalität.

Wer sein Abendessen zwei oder drei Wochen mit Sauerkraut bereichert, sieht auch der größten Hektik gelassen entgegen.

Sauerkraut stärkt Herz und Kreislauf

Stress und Bewegungsmangel stellen eine Herausforderung für das Herz- und Kreislaufsystem dar. Das betrifft nicht nur die klassischen „Couch-Kartoffeln“, sondern auch Menschen, die im beruflichen Alltag stark gefordert sind.

Bei Überstunden und Essen in der Kantine ist eine gesunde Lebensweise nur schwer zu realisieren. Damit Herz und Kreislauf nicht auf der Strecke bleiben, kann eine gesunde „Hausmannkost“ mit Sauerkraut Ausgleich schaffen.

Die Vitalstoffe des Sauerkrauts neutralisieren nicht nur freie Radikale, die das Herz- und Kreislaufsystem angreifen, sondern sind auch in der Lage, den Herzmuskel zu stärken.

Dazu zählt vor allem das Kalium, das im Sauerkraut reichlich enthalten ist.

Sauerkraut reguliert den Blutdruck

Die Natur hat viele Vitalstoffe im Angebot, die sich regulativ auf den Blutdruck auswirken. Dazu zählen vor allem die Mineralien Kalium, Natrium, Calcium und Magnesium, die im Sauerkraut in Hülle und Fülle enthalten sind.

Bei diesen anorganischen Substanzen handelt es sich um Elektrolyten, die den osmotischen Druck in den Zellen ausgleichen. Vereinfacht formuliert: Diese Mineralien halten den Wasserhaushalt im Gleichgewicht, was sich positiv auf den Druck in den Gefäßen auswirkt.

Sauerkraut ist daher nicht nur eine schmackhafte Beilage, sondern auch ein natürlicher Blutdrucksenker.

Sauerkraut hilft beim Säure-Basen-Ausgleich

Die Begriffe „Säuren und Basen“ erinnern an den Chemieunterricht… Chemische Prozesse finden aber auch in unserem Organismus statt.

So haben beispielsweise Blut, Magensäure und Gelenkflüssigkeit spezifische physiologische PH-Werte. Wenn diese aus dem Gleichgewicht geraten, wirkt sich das negativ auf die Stoffwechselvorgänge aus.

Eine chronische Übersäuerung kann mannigfaltige Folgen haben, die das Wohlbefinden beeinträchtigen. Der Organismus verliert an Widerstandskraft, ist weniger vital und anfälliger für Infekte. Mitunter können auch Bindegewebe und Knochen in Mitleidenschaft gezogen werden.

Wer regelmäßig Sauerkraut auf seinen Speiseplan setzt, ist vor diesen typischen Zivilisationsleiden gefeit. Neben den Mineralien Calcium und Magnesium wirkt sich vor allem das Natrium regulativ auf den Säure-Basen-Haushalt aus.

Nachwuchs in Planung…?

… dann sollte öfter Sauerkraut auf den Tisch! Sauerkraut enthält viel Folsäure, die nicht nur in der Schwangerschaft von großer Bedeutung ist. Wenn ein Baby in Planung ist, sollte die Mama bereits vorsorgen.

So kann das Baby aus dem Vollen schöpfen, wenn es sich angemeldet hat.

Übrigens: Auch Väter in spe sollten sich eine Extra-Portion von dem gesunden Kraut genehmigen, denn das Vitamin C erhöht die Anzahl der Spermien und die Spurenelemente Molybdän und Zink stärken die Liebeskraft…

Sauerkraut kann helfen, Krebs vorzubeugen

Medizinische Studien haben im Sauerkraut sekundäre Pflanzenstoffe identifiziert, die das Wachstum von Tumorzellen bremsen. Dabei handelt es sich um die Isothiocyanate, die insbesondere bei Darmkrebs erstaunliche Wirkung zeigten.

Die Forscher fanden heraus, dass diese Stoffe Enzyme der Darmbakterien aktivieren, die krebserregenden Zellen zu Leibe rücken.

Sauerkraut – am besten frisch

Damit die vielen Vitalstoffe ihre volle Wirkung entfalten können, ist frisches Sauerkraut angesagt. Kraut aus der Dose ist zwar praktisch, bietet aber nicht mehr die Fülle an Vitaminen.

Vor allem die probiotischen Milchsäurebakterien werden beim Pasteurisieren so gut wie eliminiert. Richtig gesund ist frisches Sauerkraut „aus dem Fass“, das in vielen Reformhäusern, Bioläden und vielfach auch vom Einzelhandel an Frischetheken angeboten wird.

Wer über einen empfindlichen Magen verfügt und Rohkost nicht verträgt, kann das Sauerkraut auch kurz aufwärmen und nach Geschmack mit Kümmel würzen. Idealerweise sollte das Sauerkraut noch „Biss“ haben und nicht zerkocht werden.

Wenn das Kraut zu lange auf dem Herd brutzelt, lösen sich nicht nur die Milchsäurebakterien im Wasserdampf auf, sondern auch das Vitamin C.

Inhaltsstoffe pro 100 Gramm Sauerkraut

Kalorien 19
Fettgehalt 0,1 g
Kohlenhydrate 4,3 g
Cholesterin 0 mg
Ballaststoff 2,9 g

Natrium 661 mg
Kalium 170 mg
Kalzium 30 mg
Magnesium 13 mg
Zink 320 μg

Eisen 1,5 mg
Vitamin C 14,7 mg

Vitamin B3 590 μg
Vitamin B5 230 μg
Vitamin B6 210 μg
Folsäure 30 μg

Ein kleines Beispiel, wie viel eine Portion Sauerkraut (200 Gramm) vom
Tagesbedarf decken:

Vitamin C 40%
Folsäure 15%
Kalium 29 %
Calcium 10 %

Eine kleine Zeitreise in die Geschichte des Sauerkrauts

Das Sauerkraut zählt zu ältesten konservierten Nahrungsmitteln der Menschen. Auch wenn es zu den typisch deutschen Gerichten zählt, wussten es bereits die Menschen der Jungsteinzeit zu schätzen.

Vor 10000 Jahren begannen unsere Vorfahren geschnittenen Kohl mittels Salz sowie Pressen und Stampfen haltbar zu machen. Die dadurch frei werdenden Milchsäurebakterien verhinderten dabei das Ansiedeln von Schimmelpilzen und schädlichen Bakterien.

Auch wenn die Menschen von der Wirkung der nützlichen Vitalstoffe keine genaue Kenntnis hatten, waren sie sich der gesundheitsfördernden Eigenschaften des Sauerkrauts bewusst.

So empfahl bereits der griechische Mediziner Hippokrates um 450 v. Chr. Sauerkraut als Stärkungsmittel und bei den römischen Legionären gehörte es als Pflichtverpflegung ins Marschgepäck.