So gesund sind Auberginen

(© Leonid Shcheglov / Adobe Stock)

Die Aubergine hat mit der mediterranen Küche Einzug in heimische Kochtöpfe gehalten. Die exotische Frucht stellt aber nicht nur eine kulinarische Bereicherung dar, sondern sie ist auch ausgesprochen gesund.

Aubergine ist reich an Vitalstoffen, die Knochen und Gelenke stärken und den Blutdruck und den Cholesterinspiegel ins Lot bringen. Aber mehr noch: Die Aubergine ist eine ausgezeichnete Diabetes-Prävention und die ideale Frucht, wenn es darum geht, lästige Pfunde zu verlieren.

Antioxidantien gegen freie Radikale

Bei den Antioxidantien handelt es sich meist um sekundäre Pflanzenstoffe. Viele dieser Substanzen dienen Pflanzen als Defensivstoffe, mit denen sie sich vor Pilzen und Freßfeinden schützen.

In der Aubergine befindet sich ein ganzes Potpourri dieser sekundären Pflanzenstoffe. Dazu zählen neben Alkaloiden auch Carotinoide und phenolische Substanzen, die der Aubergine ihre Farben und den typischen Geschmack verleihen.

Die Antioxidantien der Aubergine kommen auch dem Menschen zugute, in dem sie freie Radikale abwehren. Bei den freien Radikalen handelt es sich um sehr aktive Sauerstoffverbindungen, die im Organismus gebildet werden, aber auch durch UV-Strahlung und Umweltschadstoffe entstehen.

Wenn die freien Radikale im Übermaß auftreten und die Abwehrkapazität überfordern, gerät der Körper in einen oxidativen Stresszustand. In der Folge kommt es zu Zellschädigungen, die den Alterungsprozess beschleunigen und sich u.a. in einem schlechten Hautbild und Faltenbildung manifestieren.

Der oxidative Stress kann darüber hinaus das Immunsystem schwächen, aber auch Krankheiten wie Krebs provozieren.

Um den Organismus bei der Abwehr der freien Radikale zu unterstützen, können ihm Antioxidantien über die Nahrung zugeführt werden. Die Natur hat hier ein ganzes Füllhorn an Früchten im Angebot, die reich an Antioxidantien sind.

Dazu zählt vor allem die Aubergine, die sehr viele gesundheitsfördernde bioaktive Substanzen unter ihrer Schaler verbirgt. In einer aktuellen Studie aus dem Jahr 2018 rangiert die Aubergine in Bezug auf die antioxidativen Vitalstoffe unter den Top-Ten der Gemüse- und Pflanzenarten.

So liefert die Aubergine Carotinoide, Phenolsäuren, Flavonoide sowie Anthocyane und Chlorogensäure, die helfen, Krebs vorzubeugen. Die einst verschmähte Eier-Beere ist daher mehr als eine kulinarische Bereicherung, sondern ist auch ausgesprochen gesund.

Aubergine als traditionelle Medizin gegen Bluthochdruck

Die Naturheilkunde kennt viele Nahrungsmittel, die für therapeutische Zwecke eingesetzt werden. Da auch die Aubergine in der traditionellen Medizin als Heilmittel verwendet wird, haben zahlreiche Forschungsinstitute die Frucht genauer unter die Lupe genommen.

In medizinischen Studien wurde der Aubergine ein großes Potential bescheinigt, wenn es darum geht, einen erhöhten Blutdruck wieder ins Lot zu bringen. Die blutdrucksenke Wirkung ist vor allem den phenolischen Substanzen geschuldet, die sich positiv auf den Blutdruck auswirken.

Die Aubergine enthält darüber hinaus eine gute Portion Kalium. Dieses Mineral zählt zu den Elektrolyten, die sich regulativ auf den osmotischen Druck in den Zellen und den Wasserhaushalt auswirken.

In der Folge pendelt sich der Blutdruck auf „normal“ ein, so dass auch Kreislauf und Herz entlastet werden.

Die Dritten im Bunde der Vitalstoffe sind das Vitamin B6 und vor allem das Vitamin B9, das auch unter dem Namen Folsäure bekannt ist. Die beiden Vitamine sind eine vitale Allianz, wenn es darum geht, einem erhöhten Blutdruck Paroli zu bieten.

Aubergine bei Diabetes Typ 2

Der Diabetes Typ 2 ist eine typische Volkskrankheit, unter dem allein in Deutschland Millionen Menschen leiden. Die Aubergine ist die perfekte Frucht, um dieser „Zivilisationskrankheit“ vorzubeugen.

Aber auch für Betroffene stellt die Aubergine ein großes Potential im Rahmen einer Therapie dar.

Die positive Wirkung im Rahmen einer Diabetes Typ 2-Prävention oder Behandlung ist mehreren Substanzen geschuldet, von denen die Aubergine viel zu bieten hat.

Dazu zählen vor allem die Anthocyanen. Einerseits regulieren sie den Kohlenhydratstoffwechsel, was eine ausgezeichnete Prävention gegen Diabetes darstellt. Andererseits senken sie nach Mahlzeiten den Blutzuckerspiegel und optimieren die Insulinsekretion.

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Die Forschung konnte ferner nachweisen, dass sich die phenolischen Verbindungen positiv auf die Insulinresistenz auswirken. Darüber hinaus liefert die Aubergine Vitalstoffe, die ein Enzym hemmen, dass für Diabetes bedingte Augenleiden verantwortlich ist.

Die Aubergine ist daher ein hervorragendes natürliches „Diabetes-Medikament“ – Einzige Nebenwirkung: Sie schmeckt lecker und bringt Abwechslung auf den Tisch. Dennoch ist sie natürlich kein Ersatzmedikament!

Cholesterin – mit der Aubergine alles unter Kontrolle!

Ein temporär erhöhter Cholesterinspiegel bringt einen gesunden Organismus nicht aus dem Takt. Wenn aber üppige und ungesunde Mahlzeiten die Ernährung dominieren und das schädliche LDL-Cholesterin den Körper permanent überschwemmt, besteht Handlungsbedarf.

Die Blutfette können sich in den Gefäßen ablagern und diese verengen, was die Disposition für Herzinfarkte und Schlaganfälle erhöht.

Mit einer gesunden Ernährung können die Blutfettwerte reduziert werden. Als besonders effizient haben sich Vitalstoffe wie die Chlorogensäure, das Beta-Carotin und die Folsäure erwiesen, die in der Aubergine reichlich enthalten sind.

Diese Substanzen können nachweislich den Fettsäurengehalt im Blut senken und den Cholesterinspiegel im Gleichgewicht halten.

Neben den Vitalstoffen liefert die Aubergine auch viele Ballaststoffe. Diese weitgehend unverdaulichen Stoffe bringen nicht nur die Verdauung in Schwung. Sie sind auch in der Lage, Giftstoffe und Cholesterin zu binden, die dann über den Darm ausgeschieden werden.

Auberginen geben Power für die grauen Zellen

Es gibt Tage, an denen das Denken schwer fällt und die Konzentration zu wünschen übrig lässt… Zum Verzweifeln! Eine leckere Mahlzeit mit Auberginen kann hier wahre Wunder wirken.

Die Antioxidantien der Aubergine verbessern den Blutfluss im Gehirn, was die grauen Zellen wieder auf Trab bringt.

Darüber hinaus enthält die Aubergine auch viel Vitamin B6. Dieses „Nervenvitaminen“ ist am Stoffwechsel des Nervensystems und am Transfer der Botenstoffe im Gehirn beteiligt.

Gemeinsam mit den Antioxidantien sorgt das Vitamin B6 für Geistesblitze und eine gute Konzentration.

Aubergine für gesunde Knochen und Gelenke

Die exotische Beere liefert ein Sammelsurium an Vitalstoffen, die Knochen und Gelenke stärken, aber auch bei Gelenkentzündungen Linderung verschaffen.

Dazu zählen primär die Mineralien Calcium, Magnesium und Phosphor, die sich positiv auf die Knochendichte und die Geschmeidigkeit der Gelenke auswirken.

Die in der Aubergine enthaltenen Mineralien entfalten in Kooperation mit anderen bioaktiven Vitalstoffen wie dem Solanin und der Chlorogensäure auch beachtliche Potentiale, wenn darum geht, Entzündungen entgegenzuwirken.

Leckere Gerichte mit Aubergine bereichern so nicht nur den Speisezettel, sondern lindern auch rheumatische Beschwerden.

Die Aubergine macht eine gute Figur

Spätestens dann, wenn die Sonnenbrillensaison naht, möchte man in Bikini und Badehose eine gute Figur machen. Die mediterrane Küche kann helfen, den Körper wieder in Form zu bringen.

Die Aubergine ist nicht nur gesund, sondern ist auch die perfekte Frucht im Rahmen einer kalorienreduzierten Ernährung.

Mit ihren 17 Kalorien pro 100 Gramm ist die Aubergine ein ausgesprochenes Leichtgewicht. So kann man sich „satt essen“, ohne dass sich die Schlemmerei auf der Waage niederschlägt. Die Ballaststoffe sorgen auch für ein lang anhaltendes Sättigungsgefühl.

Süße Zwischenmahlzeiten oder verführerische Snacks haben dann keine Chance!

Die Aubergine liefert darüber hinaus Inhaltsstoffe, wie die Chlorogensäure, die die Leber unterstützen, Fett abzubauen. Aber dem nicht genug: Die Eierfrucht hat aufgrund ihres hohen Gehalts an Natrium auch eine entwässernde Eigenschaften, was zur Gewichtsreduktion beiträgt.

Empfohlener Artikel: Aubergine einfrieren

Enthalten Auberginen auch giftige Substanzen?

Gekochte oder gebratene Auberginen enthalten lediglich Spuren des toxisch wirkenden Solinins. Dabei handelt es sich um ein Alkaloid, das sich in allen Nachtschattengewächsen wie Kartoffeln, Paprika oder Tomaten befindet.

Das Solinin führt nur dann zu Vergiftungserscheinungen, wenn es in größeren Mengen konsumiert wird. Von dem in der Aubergine enthaltenen Solinin geht aber keine Gefahr aus, da es primär in den übrigen Pflanzenteilen enthalten ist.

Die Frucht selbst hat aufgrund moderner Züchtungserfolge lediglich einen sehr geringen Solinin-Anteil. Durch Kochen, Braten oder Grillen wird das Solinin weitesgehend neutralisiert. Auberginen sollten daher nicht roh gegessen werden.

Da das Solinin ausgesprochen bitter schmeckt, sind Auberginen, wenn sie mit „Stumpf und Stiel“ oder roh verarbeitet werden, ungenießbar. Kurzum: Die Geschmacksknospen schlagen Alarm und warnen so vor dem Verzehr.

Übrigens: Auf die Dosis kommt es an! So können geringe Mengen Solinin entzündlichen Prozessen entgegenwirken.

Neben dem Solinin enthält die Aubergine auch Alkaloide wie Kaffeesäure und Nikotin. Wie bitte? Nikotin in der Aubergine? Keine Panik, denn 100 Gramm enthalten lediglich zwischen 5 bis 7 Mikrogramm Nikotin. Im Vergleich dazu werden mit einer Zigarette 1000 bis 3000 Mikrogramm aufgenommen.

Im Unterschied zum glimmenden Sargnagel werden Auberginen nicht inhaliert. Das Nikotin gelangt vom Magen aus direkt in den Darm und von dort aus in die Leber, wo es entgiftet wird.

Darüber hinaus handelt es sich um ausgesprochen geringe Mengen, die der Organismus problemlos verarbeiten kann. Daher können Auberginen auch bedenkenlos von Kindern gegessen werden.

Inhaltsstoffe pro 100 Gramm Auberginen

Kalorien 17
Fett 0 gr
Kohlenhydrate 3 gr

Natrium 4 mg
Kalium 200 mg
Calcium 10 mg
Magnesium 15 mg
Phosphat 20 mg

Eisen 0,4 mg
Zink 0,2 mg

Beta-Carotin 45 µg
Vitamin C 5 mg

Vitamin B1 0,04 mg
Vitamin B2 0,05 mg
Vitamin B6 0,08
Vitamin B9 (Folsäure) 30 µg

Woher kommt die Aubergine?

Die Herkunft der Aubergine liegt etwas im Dunkeln. Ihre Ursprünge werden in Indien vermutet, von wo aus sie den asiatischen Raum erobert hat. Nachweislich begann ihre Kultivierung vor etwa 4000 in China.

Im 13. Jahrhundert wurde sie von den Arabern in Spanien eingeführt und gelangte später nach Italien.

In Europa erfreute sich die Aubergine aufgrund ihres bitteren Geschmacks anfangs keiner großen Beliebtheit und wurde daher nur als Zierpflanze angebaut. Die Skepsis gegenüber der exotischen Frucht manifestiert sich auch in der Namensgebung.

Die Araber nannten sie „Teufelsei“, woraus später der französische Name „Aubergine“ abgeleitet wurde. In Italien taufte man sie „Melanzana“, was so viel heißt wie „ungesunde Frucht“. In Deutschland wurde die Aubergine etwas uncharmant als „Tollapfel“ bezeichnet.

Im englischen Sprachraum wird die Aubergine auch „Eggplant“ (Eierpflanze) genannt. Die Bezeichnung „Ei“ verweist auf die Form und die Farbe der frühen Auberginen. Diese waren gelblich und hatten die Form und Größe eines Hühnereis.

Während heute vor allem dunkelviolette Sorten bekannt sind, gibt es auch gelbe und orange Varianten. Der Begriff „Eier-Beere“ bezieht sich auf die Klassifikation, denn botanisch zählt die Aubergine zu den Beerenfrüchten.

Die Aubergine konnte sich von ihrem „miesen Image“ befreien und hat einen würdigen Platz in der Küche gefunden. Das ist vor allem auf die Kultivierung zurückzuführen, bei der die Bitterstoffe herausgezüchtet wurden.

Seit dem die mediterrane Küche Einzug in nordeuropäische Gefilde gehalten hat, bereichert die Aubergine auch in unseren Breitengraden den Speisezettel.